Albrecht Schindler

Albrecht Schindler wurde am 21. 9. 1939 in Görlitz als der jüngste von drei Brüdern geboren. Mit 5 Jahren erlebte er die Flucht nach Thüringen. Nach dem Krieg blieb die Familie in der DDR.

Da sein Vater eine Privatklinik betrieb und damit zur sogenannten »Intelligenz« gehörte, war ihm der Weg in die höhere Schule verwehrt. Nach einer Autoelektrikerlehre floh er nach Berlin und verdiente sich neben der Schule das Geld für eine Querflöte. Nach zwei Jahren Studium an der Musikhochschule Stuttgart machten sich unerkannt die ersten Anzeichen einer schweren Krankheit bemerkbar. Daraufhin zog er sich auf das Land zurück und studierte autodidaktisch Philosophie.

Im Winter 64/65 lernte er seine spätere Frau Gabriele Knipping kennen, und nach mehreren Reisen durch Süddeutschland entschlossen sich beide, in Bamberg zu leben. Ihre Hochzeitsreise nach Prag führte sie weiter zum Riesengebirge, wo sie am Elbufer Kuks entdeckten und den Plan für eine Monografie über diesen Ort fassten. Als Albrecht Schindler mit der Wirtschaftskrise 1967 arbeitslos wurde, entstand dieses Buch: Interner Link in dieses Fenster"Das Kukusbad in Böhmen".

Aber ehe es noch vollständig fertig war, brach seine Krankheit unerbittlich aus und wurde als Multiple Sklerose diagnostiziert. Nach einer Rückenmarkspunktion wurde er nach wenigen Wochen unter furchtbaren Schmerzen völlig gelähmt. Diese Schmerzen haben ihn nie mehr verlassen.

Albrecht Schindler in Griechenland
A. Schindler in Griechenland

Nach zwei entbehrungsreichen Jahren in Bamberg versprach das gesündere trockene Klima Griechenlands Besserung. In einem alten VW-Bus fuhr ihn seine Frau in vielen kleinen Etappen zur Insel Trikeri im Golf von Volos in ein einsames kleines Haus am Meer. Inmitten eines äußerlich zwar idyllischen, aber harten Lebens vor einer phantastischen Kulisse ging ein großes Leiden unaufhaltsam seinem Ende zu.

Nach acht Jahren Krankheit starb Albrecht Schindler im Herbst 1975, 35 Jahre alt, und wurde an der Apsis einer kleinen Kapelle auf einer Bergnase hoch über dem Meer, umgeben von Granatapfelbüschen, begraben. Von dem kleinen Plateau schweift der Blick über das Meer nach Westen und verliert sich in den weiten Gebirgsketten des Landesinneren von Griechenland.