Linda Fierz-David

 

Linda Fierz-David (hier auf einem Gemälde von Louise Breslau, 1922, Pastell auf Papier, 72,5 x 91,3 cm) wurde 1891 in Basel geboren und studierte schon in jungen Jahren Philologie. Mit zwanzig Jahren heiratete sie Hans Fierz, Professor der Chemie an der ETH Zürich. Aus den Märchen, die sie ihren vier Söhnen erzählte, entstand ihr erstes Buch: "Das Geschichtenmännchen" (1923).

Der Krieg 1914 zwang sie, ihr Studium aufzugeben, denn als ihr Mann Militärdienst leisten musste, widmete sie sich ausschließlich der Familie. In dieser Zeit freundete sie sich mit C. G. Jung an und wurde nach dem Krieg seine Mitarbeiterin im Psychologischen Club in Zürich. Dort gab sie intensive psychologische Beratungen und führte mit meist amerikanischen Klienten Analysen und Therapien durch.

Bei dieser Tätigkeit entstand der Wunsch, "etwas zu schreiben, was man auch wirklich liest", wie sie es ausdrückte. Jung brachte sie auf die Idee, die Fresken der Villa dei Misteri in Pompeji aus psychologischer Sicht zu deuten und zu interpretieren. Das Werk wurde ins Englische übersetzt und mit einem Vorwort ihres Sohnes Heinrich Karl Fierz in New York für den großen Anhängerkreis C. G. Jungs in den USA herausgegeben. (Siehe unsere deutsche Ausgabe unter dem Titel "Mysterien in Rot, Die Individuation der Frau in Pompeji", 2007)

Später verfasste sie ein Werk zur Psychologie der Renaissance und der Moderne, "Der Liebestraum des Poliphilo" (Rheinverlag Zürich 1947), mit einem Vorwort von C. G. Jung.

Die Familie bewohnte ein Ferienhaus in Bollingen am Zürcher See, neben dem Anwesen von C. G. Jung, mit dem sie engen Kontakt pflegte. Neben dessen berühmten Turm richtete sich Linda Fierz-David ihre eigene "Villa der Mysterien" ein und malte einen Pavillon vollständig aus (siehe das nachfolgende Bild, das einen der Räume zeigt). Die Farben für diese Fresken stellte ihr Mann nach ihren speziellen Vorstellungen selbst her. Diese ihre letzte Arbeit kostete sie viel Energie und sie starb bald nach der Fertigstellung der Malereien 1955 in Küsnacht.

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